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Veranstaltungsreihe „Redezeit“

8.7. 2024, 18.00 Uhr, Leucorea, Wittenberg

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Solms: Der Rat für deutsche Rechtschreibung – unaufgeregte Institution in aufgeregten Zeiten

Der Rat für deutsche Rechtschreibung (RdR) wurde 2004 von den deutschsprachigen Ländern und Regionen als die maßgebliche Instanz zur Regulierung und auch Fortentwicklung der Rechtschreibung der deutschen Standardsprache eingesetzt. Die durch ihn formulierte orthographische Norm hat Verbindlichkeit für den amtlichen Sprachgebrauch und wird in der Schule gelehrt, Abweichungen gelten als Fehler. Der seit seiner Gründung öffentlich kaum wahrgenommene RdR fand durch die seit 2018 aufbrandende Diskussion um eine geschlechter- oder gendergerechte Sprache plötzlich das öffentliche Interesse auch der Medien, seine diesbezüglichen Empfehlungen wurden zum Gegenstand aktueller Berichterstattung und Kommentare. In der gesellschaftspolitisch aufgeheizten und zu einem nicht unerheblichen Teil moralisch aufgeladenen Debatte um eine ‘gendergerechte Sprache’ hat der RdR konsequent aus einer allein fachlichen Perspektive heraus argumentiert und sich auf die ihm übertragene Aufgabe konzentriert, allein und ausschließlich aus der empirischen Schreibbeobachtung heraus zu möglichen Empfehlungen zu kommen. Damit hat der RdR ganz zweifellos zu einer Versachlichung auch der gesellschaftspolitischen Diskussion beigetragen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Solms, Vorstand des Vereins WortWerkWittenberg e.V. und Direktor des an der Leucorea angesiedelten AnInstituts Deutsche Sprache und Kultur, war von 1996 bis 2020 (emer.) Inhaber des Lehrstuhls ‚Geschichte der deutschen Sprache und älteren deutschen Literatur‘ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und in der Amtsperiode 2016 bis 2023 Mitglied des Rats für deutsche Rechtschreibung.

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