Redezeit

Vortragsreihe des Vereins WortWerkWittenberg e.V., des Instituts für deutsche Kultur e.V. und der Stiftung Leucorea im Lektorium der Leucorea.

Am Anfang ist die Sprache. Ohne sie gibt es kein Miteinander unter Menschen. Sie ist der Grundstoff unserer Demokratie ebensosehr wie der Spiegel unserer Kultur und unserer geschichtlichen Erfahrung.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung LEUCOREA und dem Institut für deutsche Sprache und Kultur e.V. an der Martin­-Luther-Universität Halle-Wittenberg lädt der Verein WortWerkWittenberg e.V. dazu ein, in einer Reihe mit dem Titel Redezeit über unsere Sprache und wie sie unser alltägliches Leben bestimmt ins Gespräch zu kommen.
Im Anschluss an einen kurzen Vortrag ist dazu bei Getränken und kleinen Knabbereien Gelegenheit.

Redezeit am 13.07. 2026, 18.00 Uhr:

Referent: Prof. Dr. Hans-Joachim Solms

Was uns zusammenhält. Sprache und Politik.

Die alltägliche Erfahrung und auch der tägliche Blick in die Medien bestätigt, das Thema ‚Sprache und Politik‘ ist allgegenwärtig: So wird das Gendern wieder und wieder zum emotional ausgetragenen Streit, und auch ein oft als unangemessen empfundener Sprachgebrauch wird in der Öffentlichkeit zum polarisierenden Thema. Dabei lässt der ebenfalls inflationäre und im Zusammenhang einer auf eine gesellschaftlich-politische Wirksamkeit zielende Appell an ein sozialisierendes ‚Wir‘ daran erinnern, dass es wesentlich die Sprache ist, über die das ‚Wir‘ ein- und also gegen das ‚Ihr‘, gegen die Anderen abgegrenzt werden soll. Dabei zeigt (nicht nur) die deutsche Geschichte, dass die mental individuelle Aneignung und damit auch die objektive Herausbildung der Nation seit dem 19. Jahrhundert wesentlich über die Betonung der gemeinsamen Sprache gelang. Ob allerdings eine solch mental-individuelle Identifikation noch für die heutige politische und gesamtgesellschaftliche Situation Deutschlands so gelten kann, ist fraglich. Fraglich ist auch, ob in einer auf nur unser Bundesland und seine bevorstehenden politischen Entscheidungen bezogenen Betrachtung diese Frage nach einem Zusammenhang von Sprache und Politik überhaupt Relevanz besitzt. Dies ist zu zeigen.

Prof. Dr. Hans-Joachim Solms ist emerit. Professor für Geschichte der deutschen Sprache und Literatur an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Leiter des Instituts für deutsche Sprache und Kultur an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg e.V.

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